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Gleichgewicht der Kräfte

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Gleichgewicht der Kräfte

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Michysos PHUSIS

3 Views • Feb 06, 2014

Description

Mit all unseren Problemchen vergessen wir meistens komplett, dass das Leben eigentlich ein Spiel ist. Dass alles, was wir erleben, aus einem – nicht immer lustigen – Kampf stammt, aus einer Spannung zwischen zweier Kräften. Auf der einen Seite diejenigen, die uns antreiben, aus dem Dunklen zu erscheinen, um zu wachsen, zu produzieren, zu glänzen, zu dominieren und zu jubeln. Auf der anderen Seite diejenigen, die uns zum Zurückziehen, zum Untergang, zur Dunkelheit und schliesslich zum Verschwinden anregen.

Das ganze Leben wird also von jenen Kräften, die mit- und gegeneinander spielen, organisiert. Und für jeden von uns, besteht die Herausforderung darin, ein Gleichgewicht zu finden. Um uns nicht kaputtzumachen. Weder von der Selbst-Überbewertung, dem Siegeswillen und zuoberst auf dem Treppchen zu stehen, noch von der Selbst-Herabwertung, die zur Depression und zum Verschwinden führt.

Betrachten wir das Beispiel des Krafttrainings. Im Krafttraining ist es immer wichtig, nicht nur die Agonisten, sondern auch die Antagonisten zu trainieren: die Muskeln des Wegbewegens und des Hinkommens, des Stossens und des Ziehens. Den Bizeps und den Trizeps, den Bauch und den Rücken, die Oberschenkel und die Hinterseite!

Nun, im Leben, ist es genau dasselbe. Auch im Leben muss man sich um beides kümmern: sowohl die Stosskräfte, die nach oben dringen, zum Licht, zur Helligkeit, zur Macht, zur Leichtigkeit, zur Freude und zur Feier; wie auch die dunklen Kräfte, die nach unten ziehen, die die Müdigkeit, die Schwere, die Trauer fördern, und die letztlich im Tod münden.

Dies ist die ganze Herausforderung des Lebens: im Spiel der Kräfte ein Gleichgewicht zu finden: die Kräfte, die uns erheben, produktiv zu begleiten, aber ohne sie zu überwerten; und sich gegen die beschwerenden Kräfte zu wehren, ohne sie aber zu ersticken, sondern um zu lernen, sie zu überwinden.

Beim Krafttraining wie im Leben, wenn man sich nicht den beiden zusammenspielenden Kräften widmet, wenn man es in der einen oder anderen Richtung übertreibt, entsteht eine Dysbalance. Und damit bedroht man die gute Verfassung und Harmonie des Ganzen. Man verursacht ein Ungleichgewicht, das uns – wenn nicht zur Verletzung und zur Agonie – zum Betrügen und zur Pervertierung des Spieles führt.